Kennst du dieses Gefühl, wenn du beginnst, deine Ferien zu planen? Du sitzt vielleicht irgendwo in der Sonne, mit einem Kaffee in der Hand, scrollst durch wunderschöne Unterkünfte – und stellst dir vor, wie du schon bald mit deinem Hund genau dort bist. Gemeinsam unterwegs, neue Orte entdecken, lange Spaziergänge machen und einfach Zeit haben. Und gleichzeitig ist da vielleicht diese leise Frage im Hintergrund: Wird das wirklich so entspannt, wie ich mir das vorstelle? Wenn du das kennst, bist du absolut nicht allein. Denn Reisen mit Hund ist wunderschön – aber eben auch ein kleines bisschen anders, als wir es uns manchmal ausmalen.

Warum Reisen für deinen Hund etwas ganz anderes bedeutet
Vielleicht hast du früher ganz spontan Ferien gemacht. Einfach losfahren, treiben lassen, den Tag füllen mit Erlebnissen. Mit Hund verändert sich genau das – und zwar auf eine sehr schöne Weise, wenn man sich darauf einlässt. Aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich, wie unterschiedlich Hunde auf neue Situationen reagieren können. Während wir uns auf Ferien freuen, ist für den Hund erstmal alles neu: neue Gerüche, neue Geräusche, eine ungewohnte Umgebung und ein veränderter Tagesablauf. Das bedeutet: Während du vielleicht sofort im Ferienmodus bist, ist dein Hund innerlich oft noch ziemlich beschäftigt. Und genau deshalb ist ein ganz wichtiger Gedanke: Ferien sind für deinen Hund nicht automatisch Erholung. Sie können es werden – aber nur, wenn du ihm Zeit gibst, anzukommen.

Der Moment, in dem ich verstanden habe: weniger ist mehr
Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Reisen. Ich wollte alles sehen, alles erleben und die Zeit „optimal nutzen“. Und genau darin lag mein grösster Fehler. Denn ich habe damals unterschätzt, dass Hunde ganz andere Bedürfnisse haben. Es geht für sie nicht um möglichst viele Eindrücke, sondern vor allem um Ruhe, Orientierung und Sicherheit. Diese Erfahrung hat meinen Blick aufs Reisen komplett verändert. Heute würde ich immer empfehlen: weniger planen, mehr Raum lassen und bewusst auch Tage einbauen, an denen nichts passieren muss. Denn genau dadurch entsteht echte Entspannung.

Ankommen ist wichtiger als losgehen
Ein Punkt, den viele unterschätzen, ist der Moment des Ankommens. Früher war ich so: Koffer abstellen, kurz durchatmen – und direkt wieder los. Heute weiss ich, wie entscheidend dieser erste Moment ist. Aus meiner Erfahrung lohnt es sich, dem Hund bewusst Zeit zu geben. Die neue Umgebung in Ruhe erkunden zu lassen, einen vertrauten Platz einzurichten und erstmal anzukommen – ohne Druck, ohne Programm. Und oft zeigt sich genau hier schon, wie sich die ganze Reise entwickeln wird.
Die kleinen Dinge, die den Unterschied machen
Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es nicht die grossen Dinge sind, die eine Reise entspannter machen – sondern die kleinen. Vertraute Gegenstände, die nach Zuhause riechen, geben Sicherheit. Auch Routinen, die ihr von zuhause kennt, helfen deinem Hund enorm, sich schneller einzufinden. Und vor allem: Pausen. Nicht als „Lücke zwischen zwei Aktivitäten“, sondern als bewusste Zeit zum Runterkommen. Denn genau in diesen Momenten verarbeitet dein Hund all die neuen Eindrücke.

Deinen eigenen Reiserhythmus finden
Vielleicht überlegst du gerade, welche Art von Ferien zu euch passt. Ein fester Ort, ein schönes Ferienhaus oder Hotel – oder doch lieber unterwegs sein, flexibel bleiben, vielleicht sogar mit dem Wohnmobil? Beides hat seinen Reiz. Ein fester Ort bietet Stabilität und klare Rückzugsmöglichkeiten. Gerade für sensible Hunde kann das sehr hilfreich sein. Unterwegs zu sein bringt Freiheit – aber auch mehr Reize und weniger Konstanz. Und genau deshalb gibt es hier kein richtig oder falsch. Die wichtigste Frage ist immer: Was passt zu deinem Hund?
Ein Thema, das viele erst spät merken
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist der Maulkorb. Auch ich habe mich damit erst später intensiver beschäftigt. Dabei ist er in vielen Ländern – besonders im öffentlichen Verkehr – Pflicht. Deshalb lohnt es sich, dieses Thema frühzeitig anzugehen. Wichtig dabei: Ein Maulkorb sollte niemals einfach „schnell angezogen“ werden. Es geht darum, ihn ruhig und positiv aufzubauen, sodass dein Hund ihn akzeptiert und sich damit sicher fühlt. Wenn du dabei Unterstützung möchtest, darfst du dich jederzeit melden. Ich habe ein Video, das dir Schritt für Schritt zeigt, wie du das entspannt angehen kannst.

Sicherheit gibt dir Freiheit
Neben all den emotionalen Themen gibt es natürlich auch ein paar ganz praktische Dinge, die du im Blick haben solltest. Ein gültiger EU-Heimtierausweis, die richtigen Impfungen, die Einreisebestimmungen des Landes – all das gehört zur Vorbereitung dazu. Auch hier spreche ich aus Erfahrung: Je besser du vorbereitet bist, desto entspannter kannst du unterwegs sein. Du kannst loslassen, weil du weisst: Du hast alles geregelt.
Was sich durch das Reisen mit Hund verändert
Reisen mit Hund verändert nicht nur deine Ferien – sondern auch deine Perspektive. Du wirst langsamer, achtsamer und beginnst, Dinge bewusster wahrzunehmen. Ein ruhiger Weg. Ein schattiger Platz. Ein Moment, in dem einfach alles passt. Und plötzlich geht es nicht mehr darum, möglichst viel zu erleben. Sondern darum, gemeinsam unterwegs zu sein.

Zum Schluss
Vielleicht stehst du gerade am Anfang deiner Planung. Vielleicht hast du schon etwas gebucht. Oder vielleicht bist du noch auf der Suche. Was auch immer gerade bei dir ist: Du musst nicht alles perfekt machen. Aber wenn du bereit bist, dich auf die Bedürfnisse deines Hundes einzulassen, ihm Zeit gibst und euren eigenen Rhythmus findest, dann werden eure Ferien nicht nur schön, sondern wirklich entspannt, voller gemeinsamer Glücksmomente und Erinnerungen, die euch noch lange im Herzen bleiben.