Checkliste für die Anschaffung eines Hundes

Ich glaube, dass Hundehalter:innen die glücklicheren Menschen sind, obwohl unsere Hunde unser Leben manchmal Achterbahn fahren lassen mit vielen Hochs und Tiefs. Unsere Vierbeiner bereichern unser Leben und machen es spannender und lebenswerter. Unter Umständen kann ein Hund 16 Jahre oder älter werden, deshalb ist der Kauf eines Hundes eine Entscheidung mit längerfristigen Folgen. Mit meiner Checkliste für die Anschaffung eines Hundes kannst du zuvor deine persönliche Situation genau analysieren, so dass du später mit deinem Vierbeiner glücklich und entspannt zusammenleben kannst.

6 wichtige Fragen, die du dir vor dem Kauf eines Hundes stellen solltest!

1. Deine Lebenssituation

In welcher Lebenssituation befindest du dich? Bist du Single oder hast du eine Familie mit Kindern? So kannst du herausfinden, ob du dir möglicherweise einen Familienhund anschaffen solltest oder ob du dich für einen Hund, der sich für einen Einzelhaushalt eignen würde, entscheiden kannst.

Familienhunde
Familienhunde gelten generell als geduldig, ruhig und ausgeglichen. Die Reizschwelle des Hundes sollte hoch sein, da er mit Kindern zusammenlebt; ebenso darf er kein aggressives Verhalten zeigen. Zudem sollte der Hund keinen ausgeprägten Wach- oder Jagdtrieb besitzen.

Wichtig: Auch wenn sich eine Hunderasse besonders gut für eine Familie eignet, ist jeder Hund ein individuelles Wesen, welches artgerecht gehalten und gut erzogen werden muss, damit ein harmonisches Zusammenleben möglich ist.

Geeignete Familienhunde sind:

  • Labrador Retriever
  • Golden Retriever
  • Collie
  • Pudel
  • Cavalier King Charles Spaniel
  • English Cocker Spaniel
  • Berner Sennenhund
  • Neufundländer

2. Deine Wohnsituation

Viele Vermieter:innen dulden keine Hunde in ihren Liegenschaften, kläre also zuerst ab, ob Hunde erlaubt sind. Besitzer:innen eines Gartens neigen oft dazu, den einen oder anderen Spaziergang ausfallen zu lassen, weil sie der Meinung sind, dass ihr Hund bereits im Garten genug Bewegung hatte. Viele Hunde übernehmen dabei die Kontrolle oder verbellen vorbeilaufende Menschen und Hunde. Dieses unerwünschte Verhalten lernt der Hund so im Garten. Beim zufriedenen Hund kommt es also nicht auf Stadt oder Land, grosse Wohnung oder kleine Wohnung oder Garten oder Balkon an.

Eine wichtige Komponente ist hingegen die gesunde Auslastung deines Hundes. Ein grosser Garten bedeutet nicht, dass dein Hund körperlich und geistig ausgelastet ist. Sowohl ein Garten als eine Wohnung ersetzen also keinen Spaziergang. Es ist wichtig, egal ob du in der Stadt oder auf dem Land wohnst, dass dein Hund gemäss seinem Temperament und seinem Charakter draussen beim Spaziergang ausgelastet wird. Auslasten kannst du deinen Hund mit Nasenarbeit oder Dummytraining.

3. Arbeit / Freizeit

Der Faktor Zeit ist bei der Anschaffung eines Hundes sehr wichtig. Diese Fragen solltest du vor der Anschaffung eines Hundes abklären.

  • Arbeitest du Vollzeit?
  • Kannst du deinen Hund mit zur Arbeit nehmen?
  • Arbeitest du von zu Hause aus?
  • Hast du einen Hundesitter?

Um den Hund mit zur Arbeit zu nehmen, sollte dein Hund schon ein gewisses Alter haben und gut erzogen sein. Vor allem Vollzeitbeschäftigte sollten sich fragen, ob sie einem Hund überhaupt eine artgerechte Haltung bieten können. Einen Hund sollte man täglich nicht mehr als 4 Stunden alleine lassen. Nach einem langen Arbeitstag musst du dir am Abend viel Zeit für deinen Hund nehmen. Für deinen Hund gibt es nichts Schöneres, als wenn du endlich für ihn da bist. Ein grosse Spazierrunde ist nötig, damit sich dein Hund bewegen und sich austoben kann. Vor und nach der Arbeit solltest du also mindestens 30 Minuten für einen Spaziergang einplanen.

Als Hundebesitzer:in wirst du in deiner Freizeit viel Zeit draussen in der Natur mit deinem Hund verbringen. Das hat positive Effekte auf deine körperliche wie mentale Gesundheit. Dein Hund braucht Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Deshalb ist es wichtig, dass dir Tätigkeiten wie Wandern, bei denen du deinen Hund mitnehmen kannst, Spass und Freude bereiten. Auch das Hundetraining ist wichtig für deinen Hund, und du solltest ihn gerne dorthin begleiten.  Es gibt Hunde, welche viel Aufmerksamkeit brauchen, andere hingegen kann man problemlos für einige Zeit alleine zu Hause lassen, jedoch nie mehr als 4 Stunden pro Tag. Es ist also ganz wichtig, wieviel Zeit du deinem Hund schenken kannst. Hier einige Hunderassen, die nicht ganz so aktiv sind und ab und zu auch mal alleine zu Hause bleiben oder zur Arbeit mitgenommen werden können:

  • Französische Bulldogge
  • Labradoodle
  • Malteser
  • Mops
  • Basset Hound
  • Zwergspitz

4. Hundeallergie

Leidest du an einer Hundeallergie?  Eine Hundeallergie kann sich durch verschiedene Symptome äussern, so zum Beispiel durch eine Reizung der Augen und der Schleimhäute der Atemwege. Menschen, die allergisch auf Hunde reagieren haben ein empfindliches Immunsystem, das auf bestimmte Proteine vom Hund reagieren. Diese Proteine finden sich im Speichel, den Sekreten der Hautdrüsen und im Urin unserer Vierbeiner. Auch wenn häufig von einer Allergie gegen Hundehaare gesprochen wird, ist das Fell selten das eigentliche Problem. Vielmehr lagern sich allergene Proteine durch den Speichel, Hautschüppchen und Urin ab und sorgen für die allergische Reaktion, wenn du beispielsweise einen Hund streichelst.

Wenn du also trotzdem einen Hund halten möchtest, empfiehlt es sich, dies mit deinem Hausarzt abzuklären. Es gibt keine Hunderasse, die komplett hypoallergen ist. Es gibt jedoch einige Rassen, bei denen das Allergiepotenzial kleiner ist als bei anderen.

Hier habe ich dir 6 Hunderassen aufgelistet, die sich für Allergiker eignen:

  • Pudel
  • Labradoodle
  • Havaneser
  • Malteser
  • Portugiesischer Wasserhund
  • Schnauzer

5. Finanzen

Auch deine finanzielle Situation spielt eine Rolle. Die Haltung eines Hundes ist mit einigen Kosten verbunden:

  • Tierarzt
  • Futter
  • Zubehör (Leine, Geschirr, Fressnapf, Bettchen, Zubehör fürs Auto etc.)
  • Ausbildung, Hundeschule
  • Haftpflichtversicherung
  • Hundesteuer                                    

6. Hundeerfahrung

Hast du bereits Hundeerfahrung? Wenn nein, bist du bereit, für deinen Hund die Verantwortung zu übernehmen und eine liebevolle, respektvolle und verbindliche Beziehung zu ihm aufzubauen? Bist du bereit, dich intensiv mit dem Verhalten eines Hundes auseinanderzusetzen?

Möchtest du dir zum ersten Mal einen Hund anschaffen, dann ist es wichtig, dass du dir einen Anfängerhund aussuchst, welcher lernwillig, sanftmütig und ausgeglichen ist. Wähle also deinen Hund nie danach aus, wie niedlich und schön er ist, sondern finde heraus, welche Hunderasse am besten zu dir passt.

Hunde für Anfänger

Du möchtest das erste Mal einen Hund bei dir aufnehmen und bist dir nicht sicher, welcher Hund sich dafür eignet? Kein Problem – hier findest du einige Hunderassen, welche ein freundliches Wesen haben und leicht zu erziehen sind:

  • Havaneser
  • Malteser
  • Pudel
  • Cocker Spaniel
  • Labrador Retriever
  • Golden Retriever
  • Berner Sennnenhund
  • Deutscher Boxer
  • Bobtail

Die Annahme, dass sich ein kleiner Hund besser als Anfängerhund eignet als ein grossgewachsener Hund, ist falsch. Nicht die Grösse, sondern das Wesen eines Hundes entscheidet, wie gut er sozialisiert werden kann. Du musst dir bewusst sein, dass auch ein vermeintlich einfach zu haltender Hund seinen eigenen Charakter hat und mit viel Geduld und Verbindlichkeit erzogen werden muss, sodass er und sein Frauchen oder Herrchen gute und vertrauensvolle Partner werden und sie sich aufeinander verlassen können.

Hunde für Fortgeschrittene

Es gibt Hunderassen, die sich aufgrund ihrer ausgeprägten Instinkte und ihrem hohen Bewegungsdrang nicht für Anfänger eignen.

Insbesondere Jagd-, Wach- oder Hütehunde stellen hohe Ansprüche an den Hundehalter:in, da sie einen ausgeprägten Schutzinstinkt besitzen und ihr Territorialverhalten angeboren ist. Mit einer konsequenten und klaren Erziehung kann der Mensch dieses in die richtige Richtung lenken.

Um Stress für Hund und Mensch zu vermeiden, gehören folgende Hunde in erfahrene Hände und sind demnach keine Anfängerhunde:

  • Schäferhund
  • Dachshund
  • Bluthund
  • Pekinese
  • Jack Russel Terrier
  • Pekinese
  • Irish Setter
  • Foxterrier

Die Liste liesse sich noch deutlich verlängern. Du siehst, es gibt viele grossartige Hunderassen und doch hat jede Einzelne ihre Eigenheit, die unerfahrene Hundehalter an ihre Grenze bringen würde.

Einige Hunderassen gelten besonders als unberechenbar und gefährlich, dazu gehören Dobermann, American Bulldogg, American Pit Bull Terrier, Argentinische Dogge und der Staffordshire Bullterrier. Für all diese Rassen gibt es aber auch viele Beispiele, dass auch sie bei konsequenter und guter Erziehung sozialisiert werden können und ihrem Halter ein treuer Freund sind.

Bist du neugierig geworden, welche Hunderasse zu dir passt?

Es ist wunderbar, dass du dich für dieses wichtige Thema interessierst und du so die Möglichkeit hast, dir den Herzenswunsch zu erfüllen, einen Hund, der zu dir passt und sich gut in deinen Lebensrhythmus fügt, auszusuchen.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt

Konfuzius

Hunde und Menschen sind sich zwar in vielem ähnlich, haben aber auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen. Es gilt diese zu respektieren und zu berücksichtigen, sodass ein tiefes Verständnis zwischen beiden entstehen kann.

Am Ende des Weges wartet die beste Belohnung, die du dir wünschen kannst: Vertrauen, Liebe und Bindung – es lohnt sich!

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, Fragen zu der Checkliste hast oder trotzdem noch unsicher bist, welche Hunderasse zu dir passt, nimm gerne Kontakt mit mir auf, sodass wir deine individuellen Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse persönlich besprechen können.

Schön bist du da!

Deine Franziska

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